Altes Trafohaus bietet Wohnraum für Tiere

Artenschutzturm Schmerfeld

Artenschutzturm in Schmerfeld mit Nisthilfen, Insektenhotel und Infotafel. Foto: NABU Ilmkreis
Artenschutzturm in Schmerfeld mit Nisthilfen, Insektenhotel und Infotafel. Foto: NABU Ilmkreis

 

Im Rahmen der Erdverkabelung des Ortes Schmerfeld im Jahr 2014 war der Rückbau der Masten und auch eines Trafohäuschens vorgesehen. Helmut Fleischhack aus Schmerfeld und Naturschutzbeauftragter im Ilm-Kreis, hatte die Idee, das Trafohäuschen zu einem Artenschutzturm umzubauen. Er informierte den NABU Ilmkreis. Bei einer Besichtigung zeigte sich, dass das Trafohäuschen sehr gut geeignet ist, zukünftig dem Naturschutz zu dienen. Durch Sanierung, Umbau oder Abriss von Gebäuden und Nebengelassen stehen immer weniger Brutmöglichkeiten für Vögel zur Verfügung. Das Häuschen steht am Ortsrand in einer reich strukturierten Umgebung mit einer großen Artenvielfalt. Der gute bauliche Zustand bot die Möglichkeit, dort Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse anzubringen und aus dem Trafohäuschen einen Artenschutzturm zu machen – eine Chance, den Erhalt der Artenvielfalt aktiv zu unterstützen!

 

 

So wurde der Rückbau gestoppt. Die Gemeinde Wipfratal erklärte sich bereit, den Turm, der auf einem gemeindeeigenen Grundstück steht, zu übernehmen. Der NABU Ilmkreis übernahm die Ausstattung des Turms. Mit Fördergeldern der Naturstiftung David konnten Nisthilfen für Meisen, Sperlinge, Hausrotschwänze und Turmfalken sowie Fledermauskästen gekauft werden. Am 13. März 2015 verbrachte dann ein Team aus NABU-Mitgliedern und Mitarbeitern der Firma Elektro Schönefeld Ilmenau einen Tag am Turm, um die Nisthilfen anzubringen. Die Firma Schönefeld stellte für diesen Tag einen Hubsteiger zur Verfügung.

 

Fleißige Helfer fanden sich auch in den Mechatronik-Azubis des 2. Lehrjahres aus dem Staatlichen Berufsschulzentrum Ilmenau. Sie brachten eine Infotafel und ein Insektenhotel am Turm an. Einige der Nisthilfen wurden bereits im ersten Jahr genutzt: Feldsperlinge haben erfolgreich eine Brut groß gezogen.

Zuletzt wurde im Frühjahr 2019 unterm Dach ein Fledermausquartier geschaffen. Dazu wurde extra ein Dachboden aus angeliefertem Holz gezimmert.

 


Weitere Artenschutztürme des NABU Ilmkreis

In Espenfeld bei Arnstadt hat der NABU Ilmkreis ein ehemaliges Trafohäuschen käuflich erworben. Die Herrichtung als Artenschutzturm erfolgte im Zuge einer Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für die 380 kV-Leitungstrasse durch den Ilm-Kreis. Foto NABU Ilmkreis
In Espenfeld bei Arnstadt hat der NABU Ilmkreis ein ehemaliges Trafohäuschen käuflich erworben. Die Herrichtung als Artenschutzturm erfolgte im Zuge einer Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für die 380 kV-Leitungstrasse durch den Ilm-Kreis. Foto NABU Ilmkreis

Neben den Türmen in Espenfeld und Schmerfeld hat sich der NABU Ilkmkreis in einer Vereinbarung mit dem Energieversorger 50Hertz zur Pflege und Dokumentation an folgenden Turm-Standorten verpflichtet:

  • Dörnfeld und Ilmwerk (beide Stadt Stadtilm)
  • Thomasmühle (Stadt Ilmenau, OT Frauenwald)