Hausener Teich, Feuchtwiese und Wipfra

Feuchtgebiet Görbitzhausen

Das Gebiet stellt auf Grund seiner Größe (Teich und umliegende Wiesen) von rund drei Hektar ein wichtiges Trittsteinbiotop zwischen den staatlichen Schutzgebieten dar. Der Hausener Teich unterliegt keinerlei Nutzung und dient als Ersatzlebensraum dem Schutz von Arten der Flussauen und Standgewässer sowie der Umweltbildung. Die Errichtung eines neuen Beobachtungsstandes wurde 2002 durch den Freistaat Thüringen gefördert. Durch die sonst intensive agrarische Nutzung der Wipfraaue und die Nachbarschaft der Bundesautobahn 71 hat das Gebiet erhöhten Seltenheitsgrad und wird von naturraumtypischen Arten gut angenommen. Es hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem geschützten Biotop gemäß Paragraph 18 Thüringer Naturschutzgesetz entwickelt.

 

 

Vorherrschende Biotoptypen

  • Naturnahe Bach- und Flussabschnitte (Wipfra)
  • Naturnahe Kleingewässer (Hausener Teich)
  • Verlandungsbereiche stehender Gewässer
  • Röhrichte
  • Nicht intensiv genutzte Feuchtwiesen

Artenvielfalt
Das Feuchtgebiet wurde sowohl floristisch als auch faunistisch untersucht. Hervorzuheben sind die Vorkommen von 35 Wasserpflanzen-, 19 Libellen-, 5 Fisch-, 4 Lurch- und 20 Brutvogelarten, darunter eine Reihe von Arten der Roten Listen Thüringens. Bei den Lurchen sind Grasfrosch und Erdkröte dominierend. Als Brutvögel sind vor allem Zwergtaucher, Tafelente, Reiherente, Stockente, Höckerschwan, Waldwasserläufer und Sumpfrohrsänger zu nennen. Hinzu kommt der Flussregenpfeifer, der kurzzeitig auf trocken gefallenen Schlickflächen erfolgreich gebrütet hat.

 

Entwicklungsziele
Um das Schutzgebiet sinnvoll zu erweitern und zu entwickeln, ist eine Inanspruchnahme von umgebenden Grundstücken als Pufferzone unbedingt erforderlich. Dieses Ziel wurde im Rahmen des Flurneuordnungsverfahrens Wipfratal konsequent verfolgt. Dadurch ist es gelungen, ca. 1,5 Hektar als Grünlandpuffer in Gestalt einer Ausgleichs- und Ersatzfläche innerhalb des Gewässer- und Wegeplanes zu gewinnen. Auf der vorhandenen größeren Feuchtwiese wird die Entwicklung von Auwald zugelassen. Das gesamte Gebiet, das eine Fläche von ca. 4,5 Hektar umfasst, wird durch Hecken und den Flusslauf der Wipfra begrenzt und bietet durch seine Grünlandbereiche auch Wiesenbrütern einen Lebensraum. Die Pflege des Grünlands erfolgt durch ortsansässige Landwirtschaftsbetriebe.

 

Entenjagd im NABU-Schutzgebiet stoppen!
Im Herbst werden wieder Stockenten auf unserer, für den Vogelschutz angelegten Wasserfläche am Hausener Teich geschossen. Eine Aussprache zwischen NABU und dem zuständigen Jagdpächter zur Aussetzung der Jagd verlief erfolglos. Bisher besteht selbst auf offiziell dem Naturschutz gewidmeten Flächen von weniger als 75 Hektar keine Chance, den Abschuss von Enten, Gänsen oder Hasen zu untersagen. NABU fordert Novellierung des Jagdgesetzes


Dammverstärkung und Flachwassermulden

Baumaßnahmen am Hausener Teich

Im Oktober 2014 konnten durch Fördermittel des Ilm-Kreises einige Maßnahmen zum Erhalt des Teiches und zur ökologischen Verbesserung des Umfeldes durchgeführt werden. Damit der Erddamm des Gewässers auch bei zukünftigen Hochwasserereignissen standsicher bleibt, erfolgte eine Nachverdichtung und Profilierung des Dammkörpers. Weiterhin wurde der Notüberlauf, der überschüssiges Wasser in die Wipfra abführt, mit Steinen ausgekleidet. Für die Amphibien im Feuchtgebiet wurden zwei zusätzliche Flachwassermulden angelegt. Diese sind miteinander verbunden und werden durch den Zulaufgraben des Hausener Teiches mit Wasser versorgt. Im nächsten Frühjahr wird sich zeigen, ob sie als Laichgewässer angenommen werden.